Spiegel im Wartesaal Badehaus 5

Badehaus 4 und 5

Da Badehaus 4 und 5 zur gleichen Zeit gebaut wurden, haben sie auch eine sehr ähnliche Gestaltung. In beiden vermittelte der für die Wandtäfelung der Wartesäle verwandte violett-braune Lahnmarmor eine ruhige und besinnliche Stimmung, die durch die mit dunklem Holz ausgekleideten Wandnischen, in denen die Anmeldeschalter untergebracht sind, noch verstärkt wird. Eine Auflockerung des kräftig strukturierten Lahnmarmors nahm der Architekt Wilhelm Jost im Badehaus 5 durch Mosaiken mit goldfarbenen und blauen Steinen vor. Dazu tragen auch die ovalen Fensternischen mit der farbigen opaleszenten Verglasung bei, ebenso wie die Wandlampen aus milchig-blauen Opalstücken, die sich auch in der Deckenlampe wieder finden. Die hellen Glastüren mit ihren geschliffenen Scheiben, in denen sich das Licht in allen Regenbogenfarben bricht und die Fenster aus weißem strukturiertem Glas mit den eleganten schwarzen Linien, die wiederum das Thema Wasser und Sprudel aufgreifen, leiten den Blick in den geometrisch streng angelegten Schmuckhof mit seinem Brunnen.

Die kunstvolle und ästhetische Ausstattung der Badeanlage wurde von dem Architekten Wilhelm Jost und den beteiligten Künstlern auch als Anregung zu Besinnung und Freude an schönen Dingen gesehen, sie sollte über die Psyche die körperliche Heilung unterstützen.

Besonderes Augenmerk verdienen die Außenseiten der Apsiden mit ihren Girlanden aus allerlei Muscheln. Der Brunnen mit seinen rätselhaften amphibischen Wesen, die scheinbar gerade aus den Tiefen des Wasser entsprungen sind, erinnert an barocke Grotten. Nicht minder rätselhaft sind die Masken an den Pfeilerkapitellen der Innenhöfe.