Relief mit dem Preussischen Wappentier

Bahnhof

Da der erste 1864 gebaute Bahnhof längst für die ständig wachsende Zahl ankommender und abreisender Kurgäste zu klein geworden war, bekam Bad Nauheim 1912 durch einen radikalen Umbau endlich ein größeres und schöneres Empfangsgebäude.

Nötig war dies auch, weil man durch die wieder hergestellte große Achse vom Sprudelhof aus die Fassade des Bahnhofs als „point de vue“ sah. Deshalb zog man, obwohl sonst die Reichsbahnverwaltung alle Bahnhöfe plante, für den Entwurf auch das Friedberger Kreisbauamt hinzu, da man sicherstellen wollte, dass die Gestaltung den baukünstlerischen Ansprüchen der Stadt entsprechen würde.

Um einen auch aus der Ferne einprägsamen und repräsentativen Bau zu erstellen, ordneten die Planer ähnlich wie bei barocken Landschlössern beidseits eines Haupttrakts zwei Seitenflügeln an. Einen Rundgiebel mit Uhr über dem Eingang zur dahinterliegenden Halle betont den Mittelrisalit ebenso wie ein „Belvedere“ oben auf dem Dachfirst. Auch für die architektonische Gliederung und den Bauschmuck griff man auf einfache „modernisierte“ Barockformen zurück. Nur in Details und den Ornamenten ist das Formgefühl des Jugendstils spürbar, besonders im Relief der Mädchengestalt der Hygieia, die Göttin der Gesundheit am Mittelpfeiler des Bahnhofportals.