Quellfassung des Trinkbrunnen

Trinkkuranlage

Die hufeisenförmige Anlage mit dem rechteckigen Wasserbecken und dem muschelförmigen Musikpavillon ist zur Stadt hin abgeschirmt. Als Ort des gesellschaftlichen Lebens konzipiert, sollte sie der Erbauung und Unterhaltung der Kurgäste dienen, die hier schon am frühen Morgen zu den Klängen des Kurorchesters die Heilwässer trinken und zwanglos miteinander plaudern konnten.

Ideeller Mittelpunkt ist der tempelartige Brunnenpavillon mit seinen filigranen, mit Blüten, Vögeln und spiralförmigen Ranken geschmückten, schmiedeeisernen Gittern. Bildhauerisch ausgeführte kleine Reliefs zieren die Wände des Treppenabgangs. Im Untergeschoß befindet sich die Quellfassung des Kurbrunnens, dessen Wasser in der Trinkhalle ausgeschenkt und beim Flanieren in den säulengesäumten Wandelhallen langsam getrunken wurde.

Die Trinkhalle ist ein feierlich wirkender Raum, der an eine früh- christliche Kirche erinnert. Nur die sparsame Verwendung dekorativer Ornamentreliefs und Zierleisten aus grün glasierter Keramik unterbrechen das kühle Grau der Wandflächen. Wie der Tabernakel eines Heiligtums beherrscht der Ausschankbrunnen mit seiner goldenen Kuppel, verkleidet mit grün-grauen Scharffeuerfliesen der Darmstädter Manufaktur, den Raum.