Kunstkurse besuchen Ausstellung im Bh 3

© H.A.M. Hölzinger

Kunstunterricht mal außerhalb des Klassenzimmers: Diese Erfahrung konnten in diesen Tagen Kunstkurse der St. Lioba Schule und des Burggymnasiums machen. Beide besuchten mit ihrer Lehrerin, Frau Eiffler-Tillmann, bzw., ihrem Lehrer, Herrn Glöckler, die aktuelle Plakatausstellung „Verführung durch Werbung“ des Jugendstilvereins. Für die Schülerinnen und Schüler des Burggymnasiums gehörten die künstlerischen Aspekte der Werbung zum vertrauten Terrain. Sie hatten im laufenden Schuljahr im Kunstleistungskurs das Thema „ Fotografie und Werbung“ behandelt und konnten jetzt anhand von Praxisbeispielen aus dem Jugendstil erfahren, wie Werbung, z.B. durch die Darstellung von Genuss oder in Gestalt von werbewirksam dargestellten Frauen, an das Unterbewusstsein appelliert. In der Klasse der St. Lioba Schule war das Thema „Dreidimensional“ für die Kunst-Ag der Jahrgangsstufe 7 angesagt. Die Schüler sahen in der Ausstellung praktische Beispiele. Ein anderer Aspekt der lebendigen Unterrichts-stunde waren die verschiedenen Ausdrucksformen des Jugendstils in den einzelnen Ländern, wie auch deren unterschiedlichen Begriffen die diese Epoche kennzeichneten. Was für Österreich der „ Secessionsstil“ war, wurde z.B. in England als„Modern Style“ oder in Frankreich als „Art Nouveau“ bezeichnet.

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Den Schülerinnen und Schülern ergaben sich in der Ausstellung Einblicke wie neue

Drucktechniken und Marketingstrategien in der Zeit der Belle Époque den Beginn der modernen Werbung ermöglichten. Eine verführerische Reklame sollte den Absatz der industriell gefertigten Produkte steigern. Zu diesem Zweck wurden namhafte Maler und Grafiker verpflichtet, deren künstlerisch gestaltete und inzwischen hoch gehandelte Plakate eine eigene Kunstrichtung entstehen ließen, die Eingang in Museen und Galerien fand. Die im Badehaus 3 gezeigten Plakate umfassen die drei Bereiche Alltag, Genussmittel und Kultur. Während der Bereich Alltag Werbung vom Waschmittel bis zur Seife und von der Kleidung bis zum Schmuck und Parfum zeigt, findet man bei den Genussmitteln überwiegend verführerisch dargestellte Animationen für den Gebrauch von Alkohol und Zigaretten. Zu sehen sind derzeit in Bad Nauheim Plakate von einigen herausragenden Künstlern der Zeit, wie z.B. Alfons Mucha, Adolfo Hohenstein oder dem Belgier Henri Privat-Livemont.

Die Ausstellung die bei den Schülerinnen und Schülern großen Anklang fand und mit spontanem Applaus bedacht wurde, wird bis zum 2. August 2015 verlängert.

Die Öffnungszeiten sind Di. – Fr., 14 – 18 Uhr und Sa. – So., 11 -18 Uhr, Badehaus 3 im Sprudelhof Bad Nauheim.

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